Ein Rückblick auf die Aktivitäten der FOAs zu Alans 70 Geburtstag. Was war alles passiert?

Gut einen Monat ist das mittlerweile her. Ich selber war von der Resonanz überrascht. So viele haben sehr persönliche Gedanken, Erinnerungen und Einblicke mit uns allen geteilt. Es ist gut zu lesen, inwieweit Alan für viele von uns immer noch wichtig ist.

Hier ein Überblick über die Aktivitäten.


Reinhard:
Also, die Idee fanden wir ja alle gut, aber der Kölner Stadtanzeiger offenbar nicht… jedenfalls hat der noch nicht mal „Dankeschön“ gesagt geschweige denn einen Hinweis veröffentlicht…

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Unsere guten Wünsche in Form eines Booklets, das ich ausgedruckt und gebunden habe mit dem Titelblatt: „Für Alan – 70 Jahre sind für eine Legende kein Alter“ sind punktgenau „angekommen“… .d.h. der Eingang ist exakt am 10.06. bestätigt worden… Die Unterschrift kann ich indes nicht genau entziffern (es könnte, ja es könnte „Alan“ sein, aber sicher bin ich mir nicht… Oder es war vielleicht seine Lebensgefährtin, auf jeden Fall eine autorisierte Person… …denn immerhin hat der Postbote die Zustellung bestätigt…

.. Ich habe von einem Journalisten, der A gut kennt, gehört, daß dieser sich ohnehin seit geraumer Zeit in London aufhält und wegen Corona-Bestimmungen Probleme mit der Ein- und wieder Ausreise (Quarantäne) hat… Leider kann ich im Moment nicht mehr sagen… Aber seid gewiss: Sobald ich etwas höre, gebe ich Euch unmittelbar Bescheid…


Helmut:
Das Echo auf die Aufforderung, Alan Bangs zu seinem 70. Geburstag online Erinnerungen und Glückwünsche an ihn und seine Musiksendungen zu übermitteln, wurde von mehr als 30 Personen aus dem FOA-Umfeld aufgegriffen, wobei ein sehr breites Spektrum von Eindrücken zustande gekommen ist, das bis zu seinen ersten Sendungen Mitte der 70er Jahre zurückreicht.

Für die Übermittlung dieser Beiträge hat sich Alan in einer Mail herzlich bedankt.

Das Echo in den Medien, die teilweise auch angeschrieben wurden, war dagegen praktisch gleich Null, den beiden verlinkten Artikel bzw. Erwähnungen sind nur durch direkte Kontakte zustande gekommen.


Alan:
Hallo (…), danke, dass du bereits soviel für mich gemacht hast! Ich weiß dein Engagement zu schätzen!
(…) Liebe Grüsse aus den kalten, verregneten London Alan


Thomas Kraft schreibt ein Buch über DJs und Radiomenschen. Darin wird es auch ein Kapitel über Alan geben, mit dem er ein langes Interview geführt hat. Es soll Anfang 2022 erscheinen.

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Nachricht von Tom für Alan

Musik zu entdecken ähnelt manchmal boshaft dem Reisen: Seychellen sind vermutlich ganz zauberhaft – doch wohl kaum anders als jene Inseln in der Karibik, die man in Magazinen und Werbespots seit Jahrzehnten vorführt.

Die Gipfel des Himalaya mögen majestätisch sein – aber schmälern sie die Ehrfurcht vor der Matterhorn-Nordwand? Und muss man „Indian Summer“ an der amerikanischen Ostküste live sehen, wenn man sich an den Farben der Provence und Toskana noch nicht sattsah? Nichts gegen Pyramiden, Elefanten und Wolkenkratzer, alles tausendmal auf Papier und Monitor betrachtet. Wie unbekannt waren mir dagegen lange Zeit der fränkische Obermain, die Ardennen, der Dom von Fulda und dieses knuffige Dünenhaus in Jütland … und ich habe so verflucht viel von Europa noch immer nicht gesehen und begriffen.

So ungefähr muss man sich auch mein Verhältnis zur Musik vorstellen. Keine Zeit mehr, dem Trend hinterherzulaufen. Keine Lust, den x-ten Dance-Aufguss von Songs zu hören, die schon vor 40 Jahren reizlos waren. Überdrüssig der „besten Hits der Pandemie“. Aber in meinem kleinen Büro steht ein funktionstüchtiges Cassettendeck, daneben ein Regal mit etwas über 30 Tapes: ARD-Nachtrock, Connection, Nachtflug. Auf DAT kommen noch ein paar „Rolling Stone Radio Shows“ hinzu. Beileibe nicht jeden Abend, aber doch ein-, zweimal in der Woche begleiten mich diese Tapes als „Tages-Absacker“ oder Soundtrack zum kreativen Spinnen in die Nacht. Jedes von ihnen hab ich mindestens ein Dutzendmal gehört, den absichtsvollen oder zufälligen Mix genossen, hingenommen oder verwünscht. Und fast noch mehr als über die Songs aus aller Herren (und Damen) Länder freue ich mich über Moderationen, die frei heraus, dennoch von Sorgfalt und Kompetenz gezeichnet, gut erklären, Connections herstellen. Weil der Tom schon immer etwas langsamer war als die anderen Kinder, dauert der Prozess des Begreifens bis heute an. Es ist ein Schatz, an dem man selbst nach 30 Jahren neue Facetten entdeckt.

Bei einer imposanten Dame entdeckte ich einst fünf oder sechs Bangs-Cassetten im Regal. Dass sie über mehrere Jahre zur engen Gefährtin wurde, verdankt man wohl diesem Fund. Eine andere großartige Freundschaft entsprang einem Kantinentalk über den smarten jungen Engländer: Sie wies mich auf die neue Sendung beim DRadio hin, ich revanchierte mich mit einer Kopie des 800. und letzten BFBS-Nightflights. Das ist elf Jahre her, wir wollen uns immer noch kennen. Wohl, weil kein völlig schlechter Mensch sein kann, wer ein Faible für solche Radiosendungen hegt. Und vermutlich über eine gewisse Portion Weltoffenheit, Interesse … und (erarbeitetem) Geschmack verfügt. Bei Tinder wird man damit nicht mehr punkten können.

Ulla Meinecke sagt mir: „Alan Bangs ist für mich der Captain, der uns durch die Nacht flog.“ Ich hab’s nicht so mit dem Fliegen, aber auch am Boden ist man für einen versierten Scout dankbar. Der einem die Schönheiten zeigt und die Fehlwüchse, der das Besondere vom Beliebigen unterscheidet. Alan Bangs hat sich auch einmal als Reiseführer versucht und eine Sendung unter dem Einfluss einer zehntägigen Reise nach Mallorca fabriziert. War nicht so der Knüller, weswegen ich bis heute die Insel ignoriere. Trotzdem geblieben ist der Erstkontakt mit „Penguin Café“ – und als späte Folge der Konzertbesuch, Januar 2020 in Bochum, knapp vor Corona.

Lieber Alan: Du hast vermutlich wenig Vorstellung, welch seltsame Wirkweisen deine Radioshows auch nach Jahrzehnten noch entfalten. Musst du auch nicht. Es reicht, wenn du realisierst, dass es uns damit einfach gut geht. Eine kleine Zugabe könnte freilich schon in Ordnung gehen. Ganz ehrlich: 70 ist doch für eine Legende kein Alter …

Beste Geburtstagswünsche kommen vom Tom

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Friedhelm Rathjen: Mind Games / Ein Buch über das Radiohören, Musikhören …

Von Friedhelm Rathjen bekam ich eine Mail, in der er mir sein neues Buch vorstellt. „Mind Games“ handelt u.a. vom Radiohören und Alan Bangs mit seinen Nightflights und jede Menge Geschichten um die Musik erleben.

Im Band Mind Games habe ich Arbeiten unterschiedlichster Art versammelt, in denen zur Abwechslung einmal nicht die Literatur im Vordergrund steht, sondern die Musik, ohne daß ich deshalb allerdings die Literatur ganz aus dem Spiel lasse. Die Arbeiten entstanden aus sehr unterschiedlichen Anlässen und sind deshalb auch in Gestus und Charakter sehr unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen aber das Bemühen, hinter Fassaden zu schauen und über das Offensichtliche hinauszugelangen. Musik ist zum Genuß da, daran hege ich keinerlei Zweifel, aber sie verweigert sich intellektueller Beschäftigung keineswegs, vielmehr lässt sich der Genuß durch jede Art von
Beschäftigung, die über das bloße Hören hinausgeht, noch steigern und
verfeinern. In diesem Buch gibt es leider nur Seiten und Zeilen, keine Tonrillen oder Audiodateien, das Hören müssen die Leserinnen und Leser also auf andere Weise bewerkstelligen, außerhalb dieses Buches und auf eigene Faust. Im Idealfall ist es ein Hören, das nach Lektüre des Bandes um zusätzliche Facetten reicher ist.

Friedhelm Rathjen

Freundlicherweise hat er ein Kapitel für die FOAs freigegeben.
Mich hat beim Lesen gleich die Erinnerung gepackt. Nachts am Radio sitzend und hörend, die Hand an der Bandmaschine.
Wie lang ist das schon her?

Friedhelm Rathjen, geb. 1958, ist ein deutscher Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller sowie Herausgeber der Zeitschrift „Bargfelder Bote“. Studium der Publizistik, Germanistik und Anglistik. Seit 1983 Literaturkritiker. Seit 1989 literarischer Übersetzer (u. a. James Joyce, Herman Melville, Gertrude Stein, Robert Louis Stevenson, Mark Twain). 2007 ist der Band „Vom Glück“ erschienen, der Rathjens Prosa aus den Jahren 1983 bis 1989 versammelt.

Für 17,00 Euro kann dieses Buch, das er im Eigenverlag herausgebracht hat, bei Ihm selbst bestellt werden.
Was ich für die bessere Variante halte ;).
Schreibt bitte auch das Ihr FOAs seid.

Mail an: rejoyce@gmx.de

Edition Rejoyce, 02/2021
Einband: Kartoniert / Broschiert, Paperback
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 9783947261222

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Alan Bangs Sendungen gesucht!

In den letzten Jahrzehnten haben die FriendsOfAlan kurz FOA vieles von Alan zusammengetragen, digitalisiert und Archiviert. Man möchte meinen, dass mittlerweile alle Sendungen von Alan Bangs verfügbar sind. Aber leider ist das nicht so.

Vieles gibt es noch zu finden oder muss noch entdeckt werden. So ist die allererste Nightflight Sendung noch nicht gefunden. Viele andere fehlen noch immer. Reinhard macht sich die Arbeit und listet immer wieder fehlende Sendungen auf. Diese Fehllisten machen wir jetzt öffentlich. Also schaut mal nach, was Ihr noch an Sendungen von Alan habt, oder vielleicht findet Ihr sie in Kartons mit Kassetten auf den Dachboden? Wo auch immer. Die Hoffnung stirbt zuletzt, oder?

Nightflight BFBS 1976
Nightflight BFBS 1976
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Die Geschichte von Chris Deschner und John Vaughan oder wie ihre Musikerlaufbahn den Weg zu Alan Bangs fand

Es ist das erste Mal, dass hier auf dem FOA Blog ein Musiker seine Geschichte erzählt, welche natürlich auch mit Alan Bangs verbunden ist. Chris Deschner ist Musiker (Gitarre und Gesang), Dozent, spielte in der John Vaughan Band, sowie in vielen weiteren Gruppen und mit „CHEROKEE MOON“ 1996 erschien sein erstes Solo-Album. Hier seine Geschichte in einem von ihm selbst verfassten Text.

Geboren am 14. April 1952 in Erfurt siedelte ich mit meiner Familie 1957 nach (West-) Berlin um, was seitdem mein fester Wohnsitz ist. Von 1972 an bestritt ich Auftritte auf den Berliner Kleinkunstbühnen wie Steve Club, Go-In und Folk-Pub, solistisch sowie in diversen Bandformationen.

Seit 1975 arbeite ich auch als Dozent für Gitarre und halte Shows und Workshops im In- und Ausland. John Vaughan’s selbstfinanziertes Schallplattendebut „Somewhere In Europe” fand in der Fachpresse große Beachtung. Auch meine Gesangs- und Gitarrenvirtuosität wurde sehr gelobt. John’s Album erregte 1977 auch die Aufmerksamkeit von ALAN BANGS, der die Titel „Me And Whiskey“ und „To The Old Chap“ daraus in zwei seiner Night Flight Sendungen zu Gehör brachte. Dies veranlasste die  Musiker John Vaughan, Hans-Dieter Lorenz, Christian Evans und mich zu einer gemeinsamen Bandprobe. Meine eigene Version des „Water Song“ brachte uns vier grundverschiedene Musiker dazu uns zu einer Band zusammen zu schließen. Es entstand die von Monika Neumann gemanagte John Vaughan Band, die noch im selben Jahr eine zweiwöchige Clubtournee durch West-Deutschland unternahm und anschließend auch in den einschlägigen Berliner Musikclubs live zu erleben war.

Lübeck 1977

The John Vaughan Band, Quasimodo 1978

Darüber hinaus spielte diese Band fünf Titel im Berliner Sinus- Tonstudio ein, die für ein zweites Album von John vorgesehen waren, seinerzeit aber nicht veröffentlicht wurden. Dem Berliner Musikkritiker Wolfgang Doebeling (Rolling Stone Germany) ist es zu verdanken, dass diese Aufnahmen nicht in der Obskurität versanken, sondern an ALAN BANGS weitergeleitet wurden, der sie in drei seiner Night Flight Sendungen vom Januar bis März 1978 vorstellte und ausführlich kommentierte. Alan war von den Aufnahmen sogar beeindruckt genug, um einen Auftritt der Band im seinerzeit gerade ins Leben gerufenen WDR-Rockpalast anzuregen. Dies scheiterte indes an diversen Verpflichtungen, welche wir Musiker einzuhalten gezwungen waren: so löste sich die Band im Sommer 1978 schließlich auf.

 

Erst 1996 erscheint mit CHEROKEE MOON mein erstes, in den USA aufgenommenes und von Ornament Records vertriebenes Solo-Album beim Star Cluster Buchverlag. Ein Jahr darauf übernimmt Star Cluster auch die Gestaltung meines zweiten Solo-Albums WITHOUT LOOKING BACK, inklusive eines Duettes mit Townes Van Zandt. Auch meine Kollegen spielen und veröffentlichen ihre gemeinsam mit mir komponierten Songs, so z.B. David Munyon („Guitar Road“ auf POET WIND, Stockfisch Rec.) und Billy Goodman with Steve Kimock („You Are With Me“ auf deren Album BIG RED BARN SESSIONS).

JOHN VAUGHAN verstarb am 14. März 2020 nach einwöchigem Koma an Herzversagen. Diese Seite soll ihm gewidmet sein. R.I.P., John !!!

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Fotoserie:

David Munyon, Knaack Club 1997

Tony Sheridan, Go-In 1988

Bob Neuwirth & Steve Young, Quasimodo 1991

Iain Matthews, ORB Radio 1998

Billy Goodman, Dio’s Musikcafé 2015

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Hallo FOA, Wir haben von Frank T. 23, zumeist vollständige, Mitschnitte der Sendung „BFBS-Nightflight“ aus dem Zeitraum 1975 bis 1976 bekommen.

Die Mitschnitte sind (mutmaßlich) mit einem 1/4-Spur Tonbandgerät in Mono (BFBS strahlte zu dieser Zeit seine Sendungen „nur“ in Mono aus) entstanden. Die (bislang) 2 Tonbänder wurden in einem professionellen Studio digitalisiert und auf Audio-CDs transferiert.

Die Sendungen liegen deshalb in unterschiedlich langen Einzeltracks vor, die Frank T. durchgehört und so eine Art „Schnittliste“ zusammen mit einer Playlistsammlung erarbeitet hat. Ich habe anhand dieser Liste aus den einzelnen Audiotracks jeweils eine Sendung zusammengeschnitten und in FLAC abgespeichert (Ordner „CUT_ohne_weitere_Bearbeitung_als_FLAC“).
Die digitalisierten Mitschnitten haben aber alle eine falsche Geschwindigkeit, d.h. sie laufen „zu schnell“. Wir haben die Tempoabweichung mit etwa 8% eingekreist. Mit Hilfe von AUDACITY habe ich also sämtliche zusammengeschnittene Sendung mit -8% verlangsamt (Tempo und Tonhöhe) und abschließend mit -1dB normalisiert. Diese so bearbeiteten Mitschnitte findet Ihr im Ordner „CUT-Tempo_korrigiert_und_normalisert_als_MP3“.
Reinhard H. hat sich zusätzlich mit der Tonqualität der Mitschnitte befasst und fand, dass eine Bassabsenkung um -2dB und eine Höhenanhebung um +12dB für ihn am besten klingt. Wer für sich in diesem Bereich die Mitschnitte weiter optimieren möchte, sollte dazu auf die unbearbeiteten FLAC-Versionen zurückgreifen.
Ich möchte mich hiermit auch im Namen aller FOA ganz herzlich bei Frank T. für die Überlassung und die Arbeit an den Mitschnitten bedanken sowie für die u.a. Playlistarbeit bei Reinhard H. und Jürgen S.

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Die FOA’s suchen Radiomitschnitte ! Die Nummer … der Nightflight auf BFBS ist gefunden !

Ich möchte noch einmal alle FOA bitten, nach weiteren Mitschnitten bei sich oder Freunden/Bekannten Ausschau zu halten bzw. dem aktiv nachzugehen.

Wir sind überrascht, dass nach so vielen Jahren des Zusammen tragen immer noch unbekannte Mitschnitte aus der Versenkung geborgen werden können. Also ist es jetzt an der Zeit, Dachboden und/oder Keller zu durchforsten.
(Im Detail suchen wir auch nach einer Handvoll Sendungen mit dem Titel „Folk Folk“, die 1975 vor Alan´s Nightflight-Ära auf BFBS ausgestrahlt worden sind).

Bitte Mails an foa(at)friendsofalan.de

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